Vorstellung

Wer wir sind

Das Menschenbilderseminar existiert seit Ende der 70er Jahre – damals noch unter dem Titel „Menschenbilder in der Psychologie“ – als studentische Initiative am Fachbereich der Psychologie. Die Grundidee des Seminars war es, ein Gegengewicht zu den etablierten Lehrinhalten zu bieten und sowohl wichtige als auch (häufig zu unrecht) wenig beachtete Themen der Psychologie näher zu bringen.

Psychologisches Wissen basiert auf Grundannahmen, die sich als Menschenbild zusammenfassen lassen. Ein Menschenbild gibt vor, was eine legitime Forschungsfrage und eine gute Beantwortung ist. Beispielsweise: „Welche unbewussten Konflikte verursachen zwanghaftes Verhalten?“ Oder: „Welche Umweltfaktoren führen zu Stress?“ Diese Fragen zeugen von verschieden Sichtweisen: Sie gehen von der Existenz eines Unbewussten oder einer Steuerung durch Umweltfaktoren aus. Wer eine Frage akzeptiert, akzeptiert gleichzeitig ihre Basisannahmen. Verantwortungsvolle Psychologie beinhaltet immer ein Reflektieren über die eigenen Grundannahmen.

Traditionell gliedert sich das Seminar in Vortrag eine* der Organisator*innen und anschließende Diskussionsrunde, um die Inhalte (hoffentlich!) kontrovers zu vertiefen. Da das Seminar von Studierenden in Zusammenarbeit mit einem Lehrbeauftragten durchgeführt wird, war sein – nicht immer unumstrittenes – Bestehen nur durch die rege Teilnahme und Unterstützung der Studierenden möglich.

Mit dem Wintersemester 2011/2012 wechselt das Meschenbilderseminar in den freien Wahlbereich, kann aber ersteinmal leider nur Leistungspunkte für Psycholog*Innen vergeben. Wir hoffen, angehörige anderer Fachbereiche kommen dennoch für die Interdisziplinarität und bleiben für die Horizonterweiterung.

Das semesterweise wechselnde Oberthema ist eine doppelte Fragestellung. Einerseits hilft es, unterschiedliche Schulen unter einem Gesichtspunkt nebeneinander zu stellen: Was sagen uns die unterschiedlichen Ansätze über dieses Thema. Andererseits hilft sie, die Argumentationsmuster der Ansätze/Schulen nicht nur zu reproduzieren, sondern bietet einen kritischen Zugang; sie sozusagen argumentativ nicht frontal anzugehen, sondern offene Flanken zu suchen: Was sagt uns dieses Thema über einen Ansatz.

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